Freitag, 20. Mai 2016

Wohnfarben und Kleiderfarben


Wir umgeben uns mit Farben, sehr nah dran am Körper durch unsere Kleidung und etwas weiter weg vom Körper in unseren vier Wänden. 
 
Dabei besteht ein Unterschied zwischen Kleider- und Wohnfarben
 
Wahrscheinlich hast Du schon einmal von einer Typ- oder Stilberatung gehört. Im Rahmen dieser Beratung erfährst Du, welche Kleiderfarben, Stoffe und Schnitte Dich ins rechte Licht rücken. Wie das Ganze mit Augenfarbe, Hautton und Haarfarbe harmoniert. 
 
Ich bin auf diesem Gebiet kein Profi, finde die Ergebnisse einer solchen Beratung immer wieder spannend. Die ausgewählten Farbtöne sind nur für Dich, sie heben Dich und lassen Dich gut fühlen.

Bei Wohnfarben ist es genau so und doch anders.

Genau wie Kleiderfarben müssen Wohnfarben perfekt zu Dir passen - und zu Deinen Wohnungsgenossen. 
 
Und da ist der erste Unterschied
 
In den meisten Fällen hast Du Mitbewohner. 
 
Der allerwichtigste Mitbewohner ist in den folgenden Überlegungen Dein Partner oder Deine Partnerin. Denn genau so wie Du hat er oder sie auch Farbvorlieben. Und aber wahrscheinlich andere als Du. Da die Wohnung Eure gemeinsame ist, muss die Raumgestaltung Euch beiden richtig gut gefallen. Ein "na ja, geht so“ gilt bei der Gestaltung nicht. 
 
Aber warum?
 
Jeder Mensch hat Farbtöne, die ihm richtig gut gefallen. Das sind die Lieblingsfarben. Außerdem hat (fast) jeder Mensch Farbtöne, mit denen er gar nicht kann. Diese Farbtöne werden sich weder in der Garderobe noch in der Wohnung finden. Als dritten Punkt gibt es „tut nix“-Farbtöne. Das sind die Farbtöne, zu denen weder Zuneigung noch Ablehnung besteht.
 
Wenn Du Eure gemeinsame Wohnung nach Deinen Farbvorlieben einrichtest, kann es sein, dass Dein Partner oder Deine Partnerin dort Farbtöne vorfindet, die Ablehnung hervorrufen. Vielleicht auch nur unterschwellig. Ablehnung oder nicht-mögen erzeugt Stress, bewusst oder unbewusst. Und gerade unbewusster Stress bringt Spannung in Euer Miteinander.
 
Deswegen wiederhole ich mich: In Eurer gemeinsamen Wohnung muss Euch beiden die Raumgestaltung richtig gut gefallen.
 
Sprecht über Eure Ideen. Und legt Materialmuster auf den Tisch. Und Farbmuster. Es funktioniert nicht, über Farbtöne und Materialien zu sprechen, die Du nicht siehst. Das menschliche Gehirn kann sich Farbtöne einfach nicht merken, und das ist jetzt keine Männer-Frauen-Geschichte. Keiner kann das.
 
Wenn Ihr nicht weiterkommt oder aneinander vorbei redet, dann holt Euch Hilfe und bucht eine Wohnberatung

Der zweite große Unterschied zwischen Wohnfarben und Kleiderfarben ist die Farbintensität
 
Deine Kleidung ist meist viel farbiger und im Farbton viel kräftiger als Deine Raumgestaltung. Eine einzige Wand im kräftigen Farbton halten die meisten Menschen gut aus. Aber nicht mehr. Einen dunklen Fußboden können sich auch viele Menschen gut anschauen. Und trotzdem ist in Räumen die Hell-dunkel-Verteilung anders als bei Kleidung.
 
Auch das Verhältnis von bunt zu unbunt kann ein ganz anderes sein.

Ich habe Dir als Beispiel eine Collage aus Materialien und Farben in unserer Wohnung und meinen T-Shirt-Stapel fotografiert. 
 
 
 
Ich liebe in beiden Fällen die Farbauswahl, auch wenn ich einen Großteil der Farbtöne in der Wohnung nie als Kleidung tragen würde, einfach weil es mich nicht gut aussehen lässt. 
 
 
 
Andersherum kommt ein kräftiges lila und ein Mintgrün auch in unserer Wohnung vor. Es kann also auch Überschneidungen geben.

Wenn Du magst, dann geh in Deiner Wohnung auf Entdeckungsreise und erstell Dir eine Wohnfarbpalette. Und schau in Deinen Kleiderschrank und in den Deines Partners. Sei neugierig auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Für alle passende Wohnfarben erhöhen das Wohlbefinden und reduzieren Stress. Da Eure Wohnung Ort des Wohlfühlens, der Regeneration und des Rückzugs sein soll, ist es wichtig, an dieser Stelle besonders pingelig zu sein und lieber drei Abstimmungsgespräche zu viel zu führen als zu wenig.

Wenn Du weitere Fragen zu diesem Thema hast, dann schreib sie mir in die Kommentare oder auf die Facebook-Seite. Ich freue mich, von Dir zu lesen!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen