Samstag, 26. Oktober 2013

Die Wunschfarbe und die Mitmenschen

Im Laden ist mir folgendes passiert:

Ein Kunde wollte einen ganz bestimmten Grünton an seine Arbeitszimmerwand streichen und konnte seine Vorstellung aber nicht formulieren. Ich bat ihn, nach einer Drucksache ausschau zu halten, auf der der Farbon seiner Vorstellung so exakt wie möglich abgedruckt ist.
Nach einiger Zeit kam dieser Kunde zurück in meinen Laden und hatte tatsächlich einen solchen Druck in der Hand. Anhand dieser Volage konnte er aus meinen Farbkarten den Grünton heraussuchen, der passend zu seiner Drucksache war. Ich bestellte ihm die Farbe und der Kunde war glücklich.

Einige Zeit später stand seine Frau bei mir vor der Tür, die zunächst etwas für sich kaufen wollte. Als sie das erledigt hatte, sprach sie mich auf die Farbwahl ihres Mannes an und erzählte davon, dass sowohl sie als auch Bekannte als auch der Handwerker diesen Farbton für nicht geeignet halten und sie ihrem Mann einen anderen Farbton vorschlagen will, den sie nun aussuchen wolle.

Folgendes ging mir dazu durch den Kopf:
Wäre es das gemeinsame Wohnzimmer des Ehepaares gewesen, hätte ich die Intervention der Kundin verstanden, denn schließlich sollen sich alle Nutzer eines Raumes darin wohlfühlen. Da es sich aber um das Arbeitszimmer des Kunden handelt, das dieser allein benutzt, trifft auch er ganz allein die Farbauswahl, egal, was die Mitmenschen dazu sagen.
Zu guter Letzt: Bekannte und der ausführende Handwerker haben bei einer einmal getroffenen Wahl gar nichts mehr zu sagen, da es nicht um ihre Farbvorlieben geht, und gerade dort liegt meist der Konfliktstoff.

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